Die nonverbale Kommunikation zwischen Mensch und Pferd

Heutzutage klingt nonverbale Kommunikation fast schon wie ein Fremdwort. Was es ist und wie sie funktioniert und was das alles mit unseren Vierbeiner zu tun hat, könnt ihr hier nachlesen.

In der heutigen Zeit wird die nonverbale Kommunikation immer mehr vernachlässigt. Sowohl zwischen Pferd und Mensch, als auch zwischen Menschen untereinander. Warum ist das so? Die Welt wird immer lauter, schneller, kurzlebiger. Die zur Verfügung stehende Zeit immer kürzer. Und deshalb gelingt es uns nicht, den Fokus auf die Stille,das Wortlose zu legen.
Pferde können doch auch „wortlos“ miteinander kommunizieren. Warum verlernen wir Menschen es immer mehr? Ist es die Ignoranz, die wir unserem Gegenüber und der Welt mitbringen oder haben wir es schlichtweg vergessen, wie es geht?

Und dies, wo die Körpersprache zur ältesten und ursprünglichen Kommunikationsform zählt. Lange bevor Menschen mit Worten kommunizierten, unterhielten sie sich nonverbal mittels Gesten, Blickkontakt und Mimik. Auch heute können wir Botschaften über unseren Körper vermitteln, unabhängig von Sprache und Ausbildung.

Dass unser Gesicht wohl der deutlichste „Sender“ ist, ist uns fast immer bewusst. Deshalb setzen wir viele Aktionen sehr oft mit Absicht ein. Spannend wird es allerdings dann, wenn uns das eine oder andere Signal unabsichtlich entweicht. Sei es die gerunzelte Stirn, die versteinerte Miene oder der ausweichende Blick, den aufmerksame Beobachter registrieren.


Dass auch unsere Körperhaltung und die Art wie wir uns bewegen, Aussagen über unsere Befindlichkeit geben können, ist vielen Menschen nicht so bewusst. Und doch sind unsere Körpersignale ständig präsent, wirken nach außen und auch nach innen und lassen sich schwer verheimlichen. Tatsache ist, dass wir, bevor wir mit einem Gespräch beginnen, schon das Wichtigste „erzählt“ haben weil ein großer Teil der Kommunikation über die nonverbale Ebene läuft. Wer beim Beobachten und Entschlüsseln sensibel ist, wird viel mehr erfahren als sein Gegenüber tatsächlich erzählt.


Doch was hat das alles jetzt mit unseren Pferden zu tun?


Pferde sind uns, was die Körpersprache betrifft, deutlich überlegen. Sie reagieren sensibler darauf und erkennen sehr rasch, was ihr gegenüber wirklich meint und fühlt. Von uns gespielte Rollen werden von den Tieren schnell durchschaut, denn der Körper lügt nicht. „Mehr Schein als Sein“ funktioniert bei Pferden nicht.
Die Art wie jemand steht, wie er die Schultern und Arme hält, sendet bereits deutliche Signale aus. Besonders das Gehen gibt Aufschluss über einen Menschen. Vermittelt der Gang Sicherheit und Gewandtheit oder ist er eckig und hastig? Pferde registrieren das und reagieren darauf. Menschen, die sich ausbalanciert bewegen, werden von den Pferden mit mehr Aufmerksamkeit und Respekt betrachtet als andere.

Und genau aus dem Grund, dass Pferde auf uns reagieren, sollte man sich als Reiter und Pferdebesitzer die Mühe machen sein Pferd verstehen zu wollen. Unsere Tiere können nicht mit Worten kommunizieren, alles was sie haben ist die Körpersprache. Und unsere Aufgabe ist es, sie zu deuten. So gut wir können!

Alles Liebe
Eure Katharina

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