Atypische Weidemyopathie

Atypische Weidemyopathie, auch plötzlicher Weidetod genannt, ist im Herbst und Frühling ein Schreckgespenst für jeden Pferdehalter. Rund 75 bis 90 Prozent der betroffenen Pferde sterben an der rasant fortschreitenden Muskelerkrankung. Oft werden sie morgens tot auf der Koppel liegend aufgefunden, ein Albtraum für ihre Besitzer. Seit Bekanntwerden sind der Pferdekrankheit einige tausend Pferde zum Opfer gefallen. Da man nur einen milderen Verlauf behandeln kann, haben wir hier ein paar Tipps für euch, die helfen können die Krankheit vorzubeugen.

Die atypische Weidemyopathie ist eine Muskelerkrankung der Pferde, die sporadisch auftritt und ausschließlich Weidepferde betrifft. Als Auslöser wurde nach verschiedenen Hypothesen, 2012 das Protein Hypoglycin A, ein in den Samen und Sämlingen des Berg-Ahorns (Acerpseudoplantanus) enthaltenes Gift, ausgemacht. Eine im Herbst 2015 veröffentlichte Studie bestätigte das noch einmal. Auch besondere klimatische Bedingungen dürften zur Erkrankung führen, da alle bisher bekannt gewordenen Fälle nach plötzlichen Kälteeinbrüchen im Herbst oder Winter aufgetreten sind. Die Erkrankung ist nicht von Pferd zu Pferd übertragbar, das heißt, sie hat keinen seuchenhaften Charakter.
 

Generell können alle Pferde betroffen sein, Pferde jeden Alters und jeder Rasse, allerdings nur wenn sie im Herbst (Oktober bis Dezember) oder etwas seltener im Frühjahr (April bis Mai) auf der Weide gehalten werden. Die Erkrankung tritt plötzlich auf und hat einen sehr raschen Verlauf. Plötzliche Schweißausbrüche, Steifheit, Muskelzittern, schwankender Gang und dunkel verfärbter Harn sind charakteristische Anzeichen. Pferde, die erkrankt sind, wirken apathisch und matt und weisen erhöhten Puls und Atemfrequenzen auf.
 

In einem Zeitraum zwischen ein bis drei Tagen kommen die Tiere zum Festliegen und zeigen eventuell Streckkrämpfe und Ruderbewegungen, die mit einer Kolik verwechselt werden können. Darauf folgend tritt meist der Tod des Pferdes ein.Der Muskelzerfall zerstört dabei die gesamte Muskulatur bis hin zur Herzmuskulatur. Mithilfe eines klinischen Bildes und einer Blutuntersuchung kann der Tierarzt die Diagnose stellen.
 

Ebenso wie die Diagnose gestaltet sich auch die Behandlung der atypischen Myopathieschwierig und konzentriert sich daher auf die auftretenden Symptome. Kortison und Antibiotika, also schmerzlindernde und entzündungshemmende Medikamente, werden eingesetzt, aber auch Infusionen zum Ausgleich des Elektrolythaushaltes und zur Spülung der Nieren.
 

Die effektivste Methode zur Prävention der Atypischen Weidemyopathie umfasst im Wesentlichen folgende Punkte:
 

1. In der Risikozeit sollte die Weidedauer 6 Stunden nicht überschreiten
2. Die Pferde sollten nicht auf Weiden mit Baumbestand (besonders Ahorn!), Altholz oder Laub gehalten werden.
3. Auf stark verbissenen Weiden sollten die Pferde mit ausreichend Heu zugefüttert werden.
4. Weiden, auf denen Pferde erkrankten, sollten langfristig gesperrt werden.
5.Zufütterung eines guten vitaminisierten Mineralfutters (insbesondere Vit. E / Selen).
 

Mein persönlicher Rat an euch: bitte passt auf eure Lieblinge auf, denn wenn Sie erstmal erkrankt sind, sind die Überlebenschancen leider nicht sehr hoch. Lieber mal 2 Stunden weniger Koppel pro Tag, als ein erkranktes Pferd mehr.
 

Alles Liebe,
Eure Kathi
i

Kommentare

Sei der erste der einen Kommentar schreibt....

Schreibe einen Kommentar
* Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.
* Pflichtfelder